Sevilla

Posted on September 16, 2009 at 10:07 pm in

Nachdem wir Ronda verlassen haben, machen wir uns auf den Weg in unser Hotel in Sevilla. Was wir noch nicht wissen, ist daß Autofahren in Spanien in einer Odysee enden kann, obwohl unsere unfreiwilligen Stadtrundfahrten in Torrie uns schon hätten zu denken geben können. Naja, jedenfalls ist dies festzuhalten: weder die Wegbeschreibungen unserer Reiseveranstalter sind sehr gut, noch ist irgendwas in Spanien besonders gut ausgeschildert. Das heißt, daß wir uns natürlich auch in Sevilla verfahren und uns schließlich nur der Zufall hilft. Wir enden in einem Hotel im Kongreßzentrum, weitab von allem, und sind deswegen wieder ein bißchen nicht so gut drauf. Immerhin ist am nächsten Tag das Frühstück gut (ja! Also ich mag Magdalenas, und des weiteren habe ich auch nichts gegen Weißbrot mit Olivenöl und viel starken Kaffee – wieso??). Auf einer Stadtkarte habe ich in der Nähe eine größere Straße entdeckt, die ist unser erstes Ziel. Tatsächlich finden wir dort eine Bushaltestelle, von der aus alle 10 Minuten Busse ins Zentrum fahren. Na Gott sei Dank! Ich studiere die Preisschilder und entscheide mich für zwei Dreitagetickets für Touristen, welches ich auch dem kurze Zeit später eintreffenden Busfahrer auf Spanisch eröffne. Er ist amüsiert, sogar sehr, und anwortet mir knapp aber unmissverständlich mit dieser Frage: “Centro??”
Si, sage ich, was soll ich auch anderes machen. Ins Centro kostet 1,20€ pro Person, für deutsche Verhältnisse spottbillig, aber es dauert eine Stunde oder länger. Für Hin- und Rückfahrt macht das pro Tag zwei Stunden oder mehr, die wir mit lärmenden Spaniern im Bus verbringen dürfen, auch irgendwie lustig, wenn man es jetzt positiv betrachen will.

Zu Sevilla gibt es eigentlich nur eins zu sagen: wunderschön. Schaut es euch selber an, die kleinen Gassen, die alten Häuser, die zahlreichen Brunnen und süßen Plätzchen, auf die man hinter fast jeder Ecke trifft. Die herrschaftliche Kathedrale und das fantastische Alkazar mit seinen üppigen Gärten und dieser einmaligen Athmosphäre, die man einfach erleben muss. Abends wenn die Sonne untergeht, sind die Straßen in warmes Licht getaucht, aus den unzähligen Tapas-Bars und Cafés dringt Gelächter auf die Straße, die ganze Stadt scheint unterwegs zu sein, alte und junge Leute, Studenten und Familien mit Hunden und Kind und Kegel.

Und auch Engel gibt es in Sevilla! Leider bin ich, seit wir in Spanien sind, ziemlich erkältet, und gleich am ersten Tag ist abends mein Vorrat an Taschentüchern erschöpft. Das letzte verbrauche ich jenseits von gut und böse, an irgendeiner großen Straße weitab von irgendwelchen Geschäften und des weiteren auch jenseits irgendwelcher vorstellbaren Öffnungszeiten. Nun gibt es für mich bei Schnupfen eigentlich nichts schlimmeres, als keine Taschentücher mehr zu haben. Also gebe ich kund, daß mein allergrößter Wunsch jetzt eine Packung frischer Taschentücher wäre. Da taucht ein schwarzer Engel auf, mitten auf einer belebten Straßenkreuzung in Sevilla, mit einer riesigen Packung Taschentücher unter dem Arm, und verkauft sie mir für 1,50€. Als ich mich umdrehe, ist er weg (naja später entdecke ich ihn hinter ein paar Bäumen wieder, aber zuerst dachte ich echt, er wäre wieder in den Himmel geflogen!).

1 Comment on Sevilla


Searching for that feeling – finding it in Ronda

Posted on September 15, 2009 at 6:39 pm in
Wie Inga ja schon geschrieben hat, war unser erster Tag in
Spanien kein besonders guter Auftakt. Aber immerhin können wir
jetzt behaupten, schonmal in einer echten Bettenburg geschlafen
zu haben! So muss der Ballermann sein, ich bin mir ganz sicher.
Vom Meer ist kaum was zu sehen, im Ort nichts als enge Straßen,
wo ein häßliches Hotel neben dem nächsten steht. Unseres haben
wir erst gefunden, nachdem wir dreimal um den Pott gefahren
waren. Oder mehr? Also ich verrate euch mal was: vom Flughafen
in Malaga bis nach Torremolinos sind es so 7-8 Kilometer. Am Ende
des Tages hatten wir 37 Kilometer runter. Nee, und dann steht
man endlich vor dem Parkhaus des Hotels, dann ist das verriegelt,
und wenn man nachfragt, bekommt man zur Antwort, daß das Parken dort
pro Nacht 15 Euro kostet. Hei-da-hi. Dann kommt so langsam das
Gefühl auf, daß man es hier nicht mit stolzen Spaniern zu tun hat, die
gastfreundlich und aufgeschlossen sind und einem ihr Land zeigen
wollen, sondern, nun ja, man kommt sich halt vor wie ein
blöder Tourist, der lediglich toleriert wird, weil er Geld hat, das man ihm
abnehmen kann. Deswegen tun wir nach dem Einchecken auch nicht
mehr, als einmal kurz durch die nach Urin stinkenden Gassen
"nach Lidl" zu schleichen, die Handtaschen dicht an uns geklemmt.
Wir kaufen Äpfel aus Tirol, Käse aus Holland, Kekse aus England
und saure Apfelringe aus Deutschland, gehen zurück ins Hotel,
verstecken uns in unserem Zimmer und warten, bis der nächste Tag
anbricht und wir fliehen können.

Wir brechen so früh auf wie möglich, unser Weg führt uns an der
Küste entlang. Überall das gleiche traurige Bild: es sieht
alles genau so aus wie in "Torrie". Bettenburgen, blinkende
Neonreklame, Dreck und spackige Touristen, hunderte Kilometer
lang, Stunden lang. Wir fühlen uns deplaziert und ich habe das
dringende Bedürfnis, ein wehleidiges Klagelied zu singen, das
diesen Text hätte: "Oh schönes Andalusien, was haben sie mit
deiner Küste gemacht? Wo einst Fischer im Morgenrot hinauszogen
und kleine weiße Häuschen wie Perlen in der Sonne glänzten,
klafft jetzt eine Wunde aus Beton und Neonlicht. Mit Schmerzen
erinnere ich mich an deine einstige Schönheit, und mein Seufzen
hallt über das Meer, welches sie uns nicht nehmen konnten." Ja,
Freunde, das wäre der Text. Während ich noch leide und mir
einbilde, daß mir eine alte spanische Mamma wissend und
freundlich zublinzelt, biegen wir bei Marbella endlich ins
Landesinnere ein und finden nach ein paar Kilometern bergauf
fahren, daß es von weit weg ja doch ganz nett aussieht.
Nach ein bis zwei Stunden Fahrt erreichen wir das kleine
Örtchen Ronda, das schon mein Spanien-erfahrener Vater mir
empfohlen hat. Inga hat den ersten Verkehrs-bedingten
Nervenzusammenbruch (steile, enge Straßen, nadelöhrkleine Kurven,
Kopfsteinpflaster, fluchende, hupende Spanier, und davon viel
zu viele), aber als wir schließlich in einem unterirdischen
winzigen Parkhaus stehen, ist alles wieder gut. Wir steigen aus
und atmen erstmal richtig durch, und dann werden wir für alle
anfänglichen Unannehmlichkeiten hundertfach belohnt: Ronda ist
ein wunderschönes, kleines, altes Bergdorf mit Gassen, Plätzen,
Altbauten und Parks, und wir sind hingerissen von der ganzen
ursprünglichen Schönheit. Klar ist es auch ziemlich touristisch,
aber wenn die Atmosphäre stimmt, ist das nebensächlich, zumindest
für uns. Wir schlendern durch das Städtchen, sind beeindruckt
von dem vormittäglichen Rummel im Zentrum und dann erstaunt
von der vielfach beschriebenen siesta, die um etwa um zwei
anfängt und die Straßen fast leerfegt. Vorher verdrücke ich
aber noch mein erstes sündhaft-zahnschmerz-süßes spanisches
Teilchen. Natürlich schmeckt es vor allem süß und klebrig und
natürlich ist mir hinterher schlecht, aber so gehört das doch.


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Torremolinos oder “Heißa, sowas gibt´s ja in echt!!!”

Posted on September 15, 2009 at 6:03 pm in

Angekommen im Urlaub und dann gleich “Torri”, hoffentlich wird’s besser.

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Test bevor es los geht!

Posted on September 7, 2009 at 11:25 pm in

genau jetzt

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